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Überraschungsei 1. Damen

33:23 gegen den MTV Dänischenhagen


Unsere 1. Damen ist für viele in der Abteilung derzeit ein riesiges Überraschungsei. Mit immer wieder neuen Überraschungen. Wenn jemand vor Beginn der Saison prophezeit hätte, dass die Biber-Frauenmannschaft nach sechs Spielen 10:2 Punkte aufweist, nach Minuspunkten die zweitbeste, nach der Tordifferenz sogar die beste Mannschaft in der Verbandsliga ist, wäre er oder sie wohl als Spinner abgetan worden. Und doch ist es nun so: Das Biberteam um Trainer Thomas Brodesser hat nach dem 33:23-Erfolg vom Sonntag gegen den MTV Dänischenhagen fünf Siege aus sechs Partien aufzuweisen, liegt mit 10:2 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und hat mit 166:128 Toren das beste Torverhältnis der Verbandsliga. Kaum zu glauben, aber wahr. Und das als Aufsteiger.


Bisher ist man im Umfeld der Mannschaft immer davon ausgegangen, dass es für Ina, Nanni, Kerstin & Co. in dieser Saison in erster Linie um den Klassenerhalt gehen wird und dass dafür 17 oder 18 Punkte notwendig sind, um allen Eventualitäten (gleitende Skala!) vorzubeugen. Dass nach sechs von insgesamt 22 Begegnungen nun bereits mehr als die Hälfte dieser Punkte eingefahren ist, scheint deshalb fast surreal. Dennoch: Vorerst besteht noch kein Anlass, die Blickrichtung zu ändern. Denn: Bisher sind unsere Damen von Verletzungen verschont geblieben. Bisher hat es der Spielplan gut mit den Brodesser-Schützlingen gemeint; vier von sechs Spielen konnten sie zuhause bestreiten. Bisher haben die Biberhandballerinnen – mit Ausnahme von TuS Lübeck und Holstein Kiel/Kronshagen ‒ überwiegend gegen Mannschaften gespielt, die am Ende der Saison eher in der unteren Tabellenhälfte zu erwarten sind; die Schwergewichte der Liga folgen noch in den verbleibenden fünf Spielen der Hinrunde. Und: Bisher haben die VfL-Frauen zwar sehr erfolgreich performt; die Siege aber oft erst in der Schlussphase unter Dach und Fach gebracht. Das kann schnell auch mal schiefgehen.


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Auch im Spiel gegen die junge Mannschaft aus dem nördlichen Umland unserer Landeshauptstadt Kiel, die mit nur einem Sieg aus fünf Spielen nach Geesthacht gereist war, tat sich die Brodesser-Sieben lange Zeit schwer. Bis zur 48. Minute blieben die Handballerinnen aus Dänischenhagen stets in Schlagdistanz; lagen beim 19:22 aus ihrer Sicht nur drei Treffer in Rückstand. In der Anfangsphase führten sie sogar einmal (2:1) und kurz vor der Halbzeit (bis zur 27. Minute) konnten sie beim 9:9, 10:10 und 11:11 dreimal einen knappen Rückstand egalisieren. Zur Halbzeit lagen sie allerdings mit 11:14 zurück. Erst in den letzten 12 Minuten konnten sich Ina, Nanni, Kerstin & Co. entscheidend absetzen. Ein 11:4-Lauf in der Schlussphase brachte den Geesthachter Handballerinnen noch einen komfortablen 10-Tore-Vorsprung und einen (deutlich zu hohen) 33:23-Sieg.


Zu bemängeln waren bei der Bibermannschaft vor allem die vielen Fehler und Ballverluste. Insgesamt 27 (!) Angriffe bzw. Angriffsversuche, die ohne einen Wurf auf das Gästetor endeten, zählte der Schreiber dieser Zeilen – 11 Ballverluste bei 33 Angriffen in den ersten 30 Minuten, 16 Ballverluste bei 38 Angriffen in der zweiten Halbzeit. Dies entspricht einer Fehlerquote von 38 %. Mit nur 25 % war die Fehlerquote der Gäste aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zwar auch nicht besonders gut, aber deutlich besser als unsere (acht bzw. zehn Ballverluste in den Halbzeiten 1 und 2).


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Dass sich die hohe Fehlerquote nicht spielentscheidend auswirkte, war einerseits der guten Abwehr der Biberhandballerinnen sowie der Torhüterleistung von Kerstin zu verdanken, andererseits der größeren Routine, dem Durchsetzungsvermögen und der guten Wurfeffizienz der langjährigen Leistungsträgerinnen (soweit diese ihre Angriffe mit einem Torwurf abschließen konnten). Wäre am vergangenen Sonntag der Titel einer „Woman of the match“ verliehen worden, hätte es aus Geesthachter Sicht dafür aus verschiedenen Gründen drei Kandidatinnen geben müssen:


Kandidatin Nr. 1: Kerstin, unsere Torfrau. Dass Kerstin unserem Frauenteam schon öfter den A… gerettet hat, wissen wir. Dass ihre Erfolgsquoten in der Kreisoberliga fast immer herausragend waren, wissen wir auch. Dass sie aber auch in der Verbandsliga eine Abwehrquote von fast 50 % erreichen kann, ist neu. 22 Paraden bei 45 Würfen auf ihren Kasten (in Worten: zweiundzwanzig) zeigte sie, darunter mehrere „Monsterparaden“ gegen frei durchgebrochene Gegenspielerinnen sowie drei gehaltene Siebenmeter. Eine Top Quote, die auch das gegnerische Trainerteam nach dem Schlusspfiff zu würdigen wusste! Müßig zu sagen, dass Kerstin mit ihren Paraden die negative Fehlerquote fast allein ausglich und mit ihrer Leistung wesentlich dazu beitrug, dass die Dänischenhagenerinnen im gesamten Spiel auf Distanz gehalten wurden und ständig einem Rückstand hinterherrennen mussten. (Die gegnerischen Torfrauen blieben dagegen im Rahmen der üblichen Abwehrquote eines Handballtorwarts bzw. einer -torfrau: Sie konnten acht Würfe abwehren.)


Kandidatin Nr. 2: Avin. Sieben Tore von der rechten Außenposition. Eines schöner als das andere. Mal lang und hoch, mal durch die Beine der Torfrau, mal kurz und flach. Avin unterstrich am Sonntag nachdrücklich, dass sie etwas mitbringt, was den Biberdamen bisher gefehlt hat: Sie ist Linkshänderin! Und: Sie ist ‒ angesichts ihrer ersten Saison im Erwachsenenbereich – erstaunlich selbstbewusst. Nur vier Spiele in der 1. Damen hat sie bisher bestritten, aber bereits 20 Treffer erzielt. Respekt!


Kandidatin Nr. 3: Steffie. Dass eine Spielerin auch nach vielen Spielzeiten im Trikot der 1. Frauen noch alte Gewohnheiten ablegen und ihre Spielweise verändern kann, bewies Steffie am Sonntag. Gegen Dänischenhagen setzte sie etwas um, was ihr Trainer schon lange von ihr fordert und auch in der ersten Timeout-Unterbrechung noch einmal angesprochen hat. Nämlich: Endlich einmal selbst zu gehen und sich gegen die Gegenspielerinnern durchzusetzen, statt immer nur die Mitspielerinnen in Szene zu setzen. Dreimal kam Steffie dieser Forderung nach. Besonders spektakulär dabei ihre beiden Durchbrüche in der zweiten Halbzeit, als nacheinander sowohl Avin (beim 18:15) als auch Claudia (beim 22:17) einen perfekten Pass in den freien Raum spielten, Steffie jeweils sicher aufnahm und sicher verwandelte.


Für das spielerische Highlight des Spiels sorgten aber Nanni und Ina: Nach einem Lattenabpraller in der 33. Minute setzte Nanni zum Tempogegenstoß an, lief einige Schritte und passte dann – weil eine Gegenspielerin sie bedrängte – hoch in die Mitte zur mitgelaufenen Ina. Diese pritschte den Ball im Stile einer Volleyballerin direkt wieder zurück in den Lauf von Nanni und öffnete dieser damit den vorher versperrten Weg zum Tor. Für die junge Gegenspielerin ging das alles viel zu schnell; sie blickte immer noch zu Ina und suchte den Ball, als Nanni schon längst auf dem Weg zu ihrem vierten Treffer war.


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Am kommenden Sonntag, dem 23. November, geht es nun zum Spitzenreiter in die Holsteinische Schweiz, dann folgen von Sonntag zu Sonntag mit der HSG Mönkeberg-Schönkirchen zuhause, dem VfL Bad Schwartau auswärts und der HSG Tills Löwen wiederum zuhause drei weitere Schwergewichte der Liga. Wir werden deshalb bis Weihnachten wissen, wo die Biberhandballerinnen in dieser Saison tatsächlich einzuordnen sind. Wenn auch in diesen Begegnungen Punkte eingesammelt werden können und der Klassenerhalt bis Weihnachten schon gesichert ist, müssen wir wohl alle umdenken.


Die Torschützen: Janine ‚Nanni‘ Wiebracht 8, Avin Shamo 7, Christina ‚Ina‘ Dehms und Claudia Franke je 5, Sephanie ‚Steffie‘ Jeurink 4, Angelina ‚Angie‘ von Podewils 2 sowie Fabienne ‚Fabi‘ Intile und Laura Krebs je 1. (hws, 17./18. November 2025)

 
 
 

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