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1. Damen: Arbeitssieg in Preetz

Das Positivste gleich mal vorneweg: Unsere 1. Frauenmannschaft hat das Auswärtsspiel beim Preetzer TSV mit 25:19 gewonnen und die Tabellenführung in der Südstaffel der schleswig-holsteinischen Verbandsliga verteidigt. Es war der elfte Sieg im 13. Spiel; 22:4 Punkte weisen die Biberhandballerinnen jetzt auf. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen mit der HSG Holsteinische Schweiz und dem VfL Bad Schwartau zwei Mannschaften, die nur einen bzw. zwei Punkte zurückliegen, aber beide noch in Geesthacht antreten müssen. Andererseits haben Ina, Nanni, Kerstin & Co. in den verbleibenden neun Begegnungen noch sechs Auswärtspartien zu bestreiten. Das Meisterschaftsrennen dürfte also weiterhin spannend bleiben.


Nicht meisterlich war dagegen das Spiel in Preetz. Warum? Nun, zum einen war die Brodesser-Sieben mit nur zehn Spielerinnen nach Preetz gereist; zum anderen fehlten mit Celina und Stephi gleich beide Spielmacherinnen. Thomas, unser Trainer, musste dementsprechend improvisieren. So spielte Ina in der Rückraummitte und Angie, ansonsten auf der linken Außenposition zu Hause, begann im rechten Rückraum. Die erzwungenen Positionswechsel waren während der gesamten 60 Minuten spürbar: Einstudierte Abläufe kamen nur selten zustande, die Mannschaft bewegte sich zu wenig, übte zu wenig Druck aus und geriet des Öfteren unter Zeitdruck. Die Zahl der gegen uns angezeigten Zeitspiele war auffällig hoch; gefühlt hätte sie normalerweise für drei/vier Begegnungen gereicht.


Dass es trotzdem zum Sieg reichte, war der wiederum guten Abwehrarbeit, der guten Leistung von Kerstin im Tor, dem Durchsetzungsvermögen unserer Führungsspielerinnen sowie der Tatsache zu verdanken, dass die Preetzerinnen zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten. Beispiele gefällig? Beispiel eins: Die Siebenmeterstatistik. Alle uns zugesprochenen sieben Strafwürfe konnten Ina (2) und Tammi (5) verwandeln. Preetz versenkte dagegen nur fünf von acht Siebenmetern. Zwei Strafwürfe hielt Kerstin, einen guckte sie an den Pfosten. Beispiel 2: Die Wurfeffizienz in der zweiten Halbzeit. Beide Teams fuhren in der zweiten Hälfte 31 Angriffe und leisteten sich in etwa die gleiche Fehlerzahl (Preetz 11 Fehler, wir 12). Die verbleibenden 19 Angriffe schlossen Nanni, Ina & Co. 14-mal mit einem Torerfolg ab, viermal meisterten die gegnerischen Torfrauen die Geesthachter Würfe (21 % Abwehrquote), einmal ging ein Wurf am Kasten vorbei. Die Preetzer Bilanz dagegen: 10 Tore, 9 erfolgreiche Paraden von Kerstin (45 %) und ein Wurf an die Latte.


Aufgrund der Umstellungen im Angriff brauchten die Biberhandballerinnen einige Zeit, um ins Spiel zu kommen. In der ersten Hälfte der ersten Halbzeit führten deshalb die Handballerinnen aus dem Kreis Plön; noch in der 18. Minute lagen sie beim 8:6 mit zwei Treffern vorn. Anschließend gelang unseren Ladies aber ein 4:0-Lauf (10:8 aus Geesthachter Sicht) und beim zwischenzeitlichen 8:9-Spielstand die erste Führung an diesem Tag. Zur Pause führte das VfL-Team mit 11:9. Zu Beginn der zweiten 30 Minuten machte die Brodesser-Sieben dort weiter, wo sie am Ende der ersten Halbzeit aufgehört hatte. Beim 17:11 in der 42. Minute war der Keks gegessen. Zwar kamen die ‚Schusterstädterinnen‘ zwischendurch noch einmal auf vier Treffer heran, der Sieg geriet jedoch nicht mehr in Gefahr und wurde in den Schlussminuten durch zwei Tempogegenstoßtore von Nanni, das letzte davon in Unterzahl, wieder auf sechs Treffer Differenz ausgebaut.



Erwähnt werden muss, dass Kerstin zwei der drei Strafwurfparaden zum genau richtigen Zeitpunkt gelangen. Nämlich: Unmittelbar vor und unmittelbar nach der Pause. Der erste Strafwurf wurde fünf Sekunden vor dem Halbzeitpfiff verhängt und musste nach Ablauf der 30 Minuten ausgeführt werden. Ausführende war die beste Torschützin der Preetzer Handballfrauen, die bis dahin schon dreimal vom Punkt und zweimal aus dem Feld getroffen hatte. Kerstins Parade verhinderte nicht nur, dass der Zwei-Tore-Vorsprung unserer Frauen zur Pause erhalten blieb, sondern auch, dass die Preetzerin in der zweiten Hälfte zu keinem weiteren Siebenmeter mehr antrat. Auch der zweite Siebenmeter, diesmal 2 ½ Minuten nach Wiederanpfiff, wurde von den Gastgeberinnen zu einem psychologisch sehr ungünstigen Zeitpunkt vergeben. Denn: Die Preetzer Handballerinnen hatten die zweite Halbzeit sicherlich mit dem festen Willen begonnen, das Spiel schnell zu drehen und selbst wieder in Führung zu gehen. Stattdessen kassierten im ersten Geesthachter Angriff nach der Pause gleich das 9:12 durch einen schönen Schlagwurf von Ina und blieben selbst in ihrem ersten Angriff per Siebenmeter und in den folgenden zwei Angriffen durch einfache Fehler erfolglos.


Was man ansonsten an Positivem aus Preetz mitnehmen konnte? Eine sehr gut besuchte Tribüne, die der Schreiber dieser Zeilen bisher selten bei einem Frauenspiel in Schleswig-Holstein erlebt hat. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer mit Pullovern und Hoodies mit dem Schriftzug ‚Preetzer TSV‘. Und eine Halle, behängt mit 19 großflächigen Werbebannern. Von beidem können wir nur träumen. Fast ein wenig peinlich dagegen, dass die Biberhandballerinnen wieder einmal gelbe Leibchen überziehen mussten, weil sich die Trikots beider Mannschaften farblich kaum unterschieden und unser Team keine Auswechseltrikots besitzt. Wenn ich mich recht erinnere, war es das vierte Mal im fünften Auswärtsspiel! (hws, 29.1.2026)

 
 
 

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