Super: Zwei Quali-Siege und viel Luft nach oben
- internetseitegeest
- 9. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Das Wichtigste vorweg: Sowohl die weibliche als auch die männliche B-Jugend haben sich für die zweite Runde der Relegation zur Oberliga Schleswig-Holstein qualifiziert. Beide haben dafür nur ein Spiel benötigt, da sie in ihrer Staffel das jeweilige Halbfinale gewinnen und sich dementsprechend die Extrarunde über das Verliererspiel um den dritten Staffelplatz ersparen konnten. Und noch eine weitere Gemeinsamkeit weisen beide auf: Es ist noch viel Luft nach oben.
Unsere Biber-Mädchen um die Trainer Torsten Goy und Carsten Mahnecke brauchten im Spiel gegen die zweite Mannschaft der HSG Holstein Kiel/Kronshagen einige Zeit, um in die Partie zu finden. Die Anfangsphase war geprägt von vielen Fehlern und brachte einen 4:8-Rückstand (14. Minute). Nach einem Torwartwechsel zeigte sich das Team aber wie verwandelt. Plötzlich lief es, fast jeder Angriff wurde erfolgreich abgeschlossen: Treffer wurden über den Kreis erzielt, nach Tempogegenstößen, Durchbrüchen, über die Außenpositionen. Auch ein Siebenmeter (Greti!) wurde sicher verwandelt. Und in der Abwehr fanden die Kielerinnen kaum einmal eine Lücke. Und wenn doch, war unsere neue Torhüterin auf dem Posten. Die Folge: Bis zum Halbzeitpfiff nach 20 Minuten drehten die Biberhandballerinnen das Spiel und gingen mit einer knappen 10:9-Führung in die Pause. Halbzeitübergreifend gelang sogar ein 9:1-Lauf. Denn: Nach der Pause machten Greta, Greti, Zeren & Co. dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Zwei weitere Tore durch Greta nach überlegten Kreisanspielen sowie ein weiteres Tor von Greti nach einem Schnellangriff brachten erstmals eine komfortable Vier-Tore-Führung (13:9, 23.), die bis in die 29. Minute (15:11) anhielt. Danach verflachte der Geesthachter Flow aber wieder. Zum einen, weil vorne mehrere Chancen nicht verwertet wurden, zum anderen, weil die Krabben (so nennen sich die Handballkids der Kieler HSG) sich auf die Geesthachter Deckung eingestellt hatten und nun vermehrt aus dem Rückraum einnetzen konnten. Die Schlussphase wurde deshalb noch unnötig spannend. Beim 17:16 (36.) waren die Kielerinnen gar bis auf ein Tor ran. Wichtig deshalb, dass Zeren zum 18:16 und Greta zum 19:16 trafen und dass Lulu diesen 3-Treffer-Vorsprung mit ihrem Tor von der linken Außenposition zum 20:17 (38.) noch einmal festigte. Die letzten zwei Tore im Spiel erzielten nämlich – auch aufgrund einer Zweiminutenstrafe gegen die Biberhandballerinnen – die Kielerinnen, das 19:20 allerdings erst zehn Sekunden vor dem Ende. Schlusspfiff, Jubel auf Geesthachter, Enttäuschung auf Kieler Seite. Insgesamt: Ein knapper, aber verdienter Sieg für unsere Mädels. Quali-Runde 2 erreicht!
Groß war auch die Freude unserer Biber-Jungs um Trainer Jan Lamprecht nach dem Schlusspfiff im Spiel gegen den ATSV Stockelsdorf. Auch hier war der Gegner in der Schlussphase bis auf ein Tor herangekommen, bevor Maddie mit seinem dritten Treffer 15 Sekunden vor dem Abpfiff den 20:18-Endstand für die Biberhandballer besorgte. Im Spiel hatte es bis zur 38. Minute nicht nach einer derart dramatischen Schlussphase ausgesehen. Denn: Nach 16 Minuten führten unsere Jungs mit 10:5, zur Halbzeit lag man mit 13:10 vorn. Und auch in der 2. Hälfte führten die Biberhandballer durchweg mit drei oder vier Treffern; lediglich beim 12:14 (23.) waren die Stockelsdorfer einmal auf zwei Tore herangekommen. Vier Treffer betrug der Vorsprung auch noch drei Minuten vor Ultimo. Dann aber legte Stodo innerhalb von nicht einmal 100 Sekunden einen 3:0-Lauf hin und drohte den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Zum Glück hatte Maddie aber etwas dagegen.
Mit mehr Ruhe und Konzentration und bei besserer Chancenverwertung im Angriff hätte man einen insgesamt ruhigeren Nachmittag verleben und die knappe Schlussphase vermeiden können. Symptomatisch z.B., dass bereits in der Anfangsphase kurz hintereinander zwei Siebenmeter vergeben wurden. Zwar war im gesamten Spielverlauf zu erkennen, dass unser Team spielerisch besser war; das vorhandene Potenzial konnte aber nur phasenweise abgerufen werden. So gab es nach verschiedenen Auslösehandlungen einige sehr schöne Anspiele an den Kreis, die vor allem Marley nutzen konnte. Und auch die Außen wurden des Öfteren gut in Szene gesetzt. Durchweg zufrieden konnte man hingegen mit der Abwehr sein, die über 40 Minuten Schwerstarbeit zu leisten hatte, da das Spiel der Rand-Lübecker nur auf zwei, drei Spieler zugeschnitten war, die vor allem auf ihre körperliche Präsenz setzten. Ohne den Biberhandballern zu nahetreten zu wollen: In der nächsten Runde bzw. in den nächsten Runden müssen sie an einigen Stellschrauben drehen, wenn der Traum Oberliga verwirklicht werden soll. Mit dem ATSV aus Stockelsdorf hatten sie in der ersten Runde einen ″dankbaren″ Gegner zugelost bekommen. Nicht nur, dass die spielerischen Möglichkeiten des Gegners begrenzt waren und er mindestens genauso viele Fehler gemacht hat wie die Biber; Stodo war auch mit nur acht Spielern in die Arnold-Falk-Halle in Lübeck gekommen. Für eine Oberligaqualifikation zu wenig, um etwas reißen zu können.
Wenn sowohl für die Mädels als auch für die Jungs gesagt werden kann, dass für die zweite Runde noch viel Luft nach oben vorhanden ist, so gilt dies vor allem für die Jungs. Vielleicht hilft es aber auch schon ein wenig, wenn in der zweiten Runde wieder alle an Bord sind. Denn in Lübeck haben zwei wichtige Spieler gefehlt; der eine verletzungsbedingt, der andere, weil er bei einem internationalen Turnier in Schweden als Schiedsrichter im Einsatz war.
Wie geht es nun weiter? Die Lamprecht-Schützlinge haben am nächsten Wochenende ein Heimspiel. In einer Dreiergruppe mit der HSG Eider Harde und dem HC Treia/Jübek spielt jeder gegen jeden. Der Gruppenerste ist für die Oberliga qualifiziert. Die beiden anderen erhalten eine weitere Chance in der 3. und letzten Quali-Runde.

Die Goy- und Mahnecke-Schützlinge müssen dagegen wiederum reisen. Für sie geht es nach Owschlag. Auch sie spielen dort in einer Dreiergruppe jeder gegen jeden. Gegner sind die HSG Fockbek/Nübbel/Alt Duvenstedt sowie die SG Bordesholm/Brügge. Und auch hier gilt, dass der Staffelerste für die Oberliga qualifiziert ist und die beiden anderen in der 3. Qualifikationsrunde noch einmal antreten dürfen.
Die Chancen? Schwer zu sagen. Für unsere Bibermädels aber wohl besser als für die Biberjungs. Denn: Die Jungs haben sowohl mit der HSG Eider Harde als auch mit dem HC Treia/Jübek zwei dicke Brocken erwischt. Beide hatten ursprünglich für die Regionalliga gemeldet, sind dort aber in der 2. bzw. 3. Runde gescheitert und müssen sich nun in der Oberliga-Quali versuchen. Die beiden Kontrahenten unserer Mädels hatten dagegen keine höheren Ambitionen. Beide waren von vornherein ″nur″ für die Oberliga-Quali gemeldet; die HSG FONA hat allerdings in der letzten Saison noch in der Regionalliga gespielt… (hws, 7. Juli 2025)























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