Grönau-Fluch endlich besiegt
- internetseitegeest
- 11. Nov.
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Unsere 1. Herren punktet beim 29:29 in Groß Grönau
Nichts zu holen gab es in den letzten Jahren für unsere 1. Herrenmannschaft in Groß Grönau. Dort zu punkten, schien für unsere Erste unerreichbar. Jahr für Jahr traten unsere Jungs die Heimreise mit einer Niederlage im Gepäck an. Spaßvögel hatten uns deshalb bereits geraten, gar nicht mehr zu den Auswärtsspielen in die Grönau-Halle zu fahren und die Punkte lieber kampflos abzugeben. Dies würde Stress und Kraft sparen, die man besser in anderen Spielen gebrauchen könnte. 2022/23 gab es dort eine 17:30-Klatsche und 23/24 ein ähnlich niederschmetterndes Ergebnis: 17:28. Lediglich in der letzten Saison fiel die Niederlage mit 19:22 etwas moderater aus; die Punkte blieben aber ebenfalls in der Lübecker Randgemeinde.
Umso erfreulicher das Unentschieden vom letzten Wochenende. Mit dem 29:29 (Halbzeit 14:14) entführten die Biberhandballer erstmals seit langen Jahren wieder einen Punkt aus dem Lübecker Umland. Mehr noch: Bei etwas mehr Konzentration in den Schlussminuten wäre sogar ein Sieg möglich gewesen.
Nicht, dass die Grönauer Handballer sich am Wochenende schwächer präsentiert hätten als in den Vorjahren. Nein, sie zeigten ihre gewohnten Tugenden: kampfstark, sehr körperbetont, stark im Spiel 1gg.1 und mit gutem Blick für ihre Kreisläufer. Wie immer hieß das für unsere Abwehr: 60 Minuten Schwerstarbeit. Gegen die körperlich überlegenen Grönauer Handballer schlugen sich die Biberhandballer aber wacker. Defensiver als noch im Heimspiel vor einer Woche eingestellt, arbeiteten sie im Deckungsverbund eng zusammen und unterstützten sich gegenseitig. Dass die Grönauer damit nicht gänzlich auszuschalten waren, war allen klar. Wenn man aber bedenkt, wer alles sich nach der letzten Saison in den Handballruhestand verabschiedet hat (Flex, Torben, Lasse H. und Thilo) und wer zudem am Wochenende noch aus dem aktuellen Kader gefehlt hat (Jan, Lars, Wilko), ist es schon als Erfolg zu werten, dass die Heimmannschaft im Rahmen der Torausbeute der letzten Jahre geblieben ist.

Was jedoch vor allem den Unterschied gegenüber den Vorjahren ausmachte, war die hohe Variabilität im Angriff des Biberteams. Das Ergebnis der intensiven Vorbereitung und des laufenden Trainingsbetriebs war in Grönau in vielen Spielszenen präsent. Die Mannschaft sprühte vor Spielfreude und stellte die Grönauer wiederholt vor Probeme. Nicht ohne Grund wies z.B. die Geesthachter Torschützenliste am Ende fünf Spieler mit vier und mehr Treffern auf; auf der Gegenseite waren es dagegen nur zwei. Nicht ohne Grund erzielt z.B. Conni seine Tore nicht mehr nur nach Tempogegenstößen oder von den Außenpositionen; in Grönau war er auch aus dem Rückraum erfolgreich. Und: Nicht ohne Grund konnte auch Kolja, unser 17-jähriger A-Jugend-Youngster, wiederholt überzeugen und vier wichtige Tore beisteuern, die meisten nach Durchbrüchen auf der rechten Rückraumposition.
Die erhöhte Variabilität allein hätte aber wohl in Grönau nicht für den Punktgewinn gereicht, wenn nicht noch ein weiteres Element hinzugekommen wäre. Nämlich: Die Mannschaft hat sich zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen lassen. Denn: Die Biberhandballer mussten dem Heimteam fast im gesamten Spiel hinterherrennen und Führungen der Gastgeber immer wieder egalisieren. Nur einmal lagen die Geesthachter selbst vorn: Unmittelbar nach Beginn der zweiten Halbzeit netzte Tammo beim 15:14 zur einzigen Geesthachter Führung ein; ansonsten legten immer die Rand-Lübecker ein oder zwei Treffer vor und die VfL-Handballer glichen aus. Kritische Spielstände (wenn überhaupt) gab es nur zweimal: Zum einen in der 46. Minute, als die Gastgeber zum einzigen Mal eine Drei-Tore-Führung (25:22) erzielen konnten, und zum zweiten ca. vier Minuten vor dem Abpfiff, als Groß Grönau beim 29:27 noch einmal zwei Treffer vorlegte. Aber auch in diesen Situationen kam keine Hektik auf, sondern es wurden – wie zuvor – Abläufe und Auslösehandlungen angesagt und gute finale Entscheidungen getroffen. Der 3-Tore-Vorsprung währte deshalb nur wenige Sekunden und war beim 27:27 gänzlich ausgeglichen. Und auch die letztmalige 2-Tore-Führung der Grönauer hatte nur kurz Bestand. Das 28. Tor erzielte Jannis frei aus der Kreismitte, den Ausgleich zum 29:29 besorgte Tom mit einem Durchbruch auf der halblinken Angriffsseite (siehe auch Fotos).
Fast hätten Tom, Tammo, Conni & Co. in den letzten Minuten noch gewonnen. Aber: Weder drei Tempogegenstöße nach Ballgewinnen in der Abwehr noch ein freier Wurf von der rechten Außenposition konnten verwertet werden. Andererseits hätte man auch verlieren können, wenn Till in der 57. Minute nicht einen Siebenmeter (der einzige Fehlwurf des Grönauer Schützen) und im nächsten Angriff nicht einen Wurf aus halblinker Position pariert hätte. Die Fehlerhäufung auf beiden Seiten in der Schlussphase war symptomatisch: Sie war dem intensiven Kampf und Einsatz zuvor geschuldet und zeigte, wieviel Kraft und Konzentration alle Spieler in den 50/55 Minuten zuvor gelassen hatten.
Den vergebenen Chancen in den letzten Minuten trauerte nach dem Spiel keiner nach. Am Ende überwogen die Freude über den Punktgewinn und die Freude darüber, die unglückselige Niederlagenserie beim TSV Groß Grönau endlich beendet zu haben.
Die Torschützen: Tammo Sinske 7 (davon 6 Siebenmeter), Tom Jahrmärker 5, Conni Dürkop, Lasse Malaske und Kolja Pasternack je 4, Jannis Hintsch und Simon Koglin ge 2 sowie Jens Klatt 1. (hws, 10.11.2025)





































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