1. Herren: Die Handschrift des Trainers
- internetseitegeest
- 27. Sept.
- 3 Min. Lesezeit
Gunnar, unser Herrentrainer, gehört eher zu den Trainern, die die Messlatte gerne etwas höher legen und die ungern erkennen lassen, dass sie mit der Performance ihres Teams zufrieden waren. Am Sonntag (21.9.) nach dem ersten Saisonspiel in der Kreisoberliga gegen den SV Fehmarn huschte aber ein Lächeln über sein Gesicht. Mit 38:29 (Halbzeit 20:15) hatte seine Bibertruppe die Handballer von der drittgrößten deutschen Insel aus der Halle gefegt und bereits zum Saisonauftakt ein respektables, kaum erwartetes Ausrufezeichen gesetzt.
Von Beginn an waren die Geesthachter Handballer auf Betriebstemperatur. Bereits nach 11 Minuten hatten sie sich einen 5-Tore-Vorsprung erarbeitet (8:3), der auch bis zur Pause Bestand hatte. Nach dem Wechsel bauten sie den Vorsprung dann kontinuierlich aus. 25:17 hieß es in der 35. und gar 34:22 in 49. Minute. Mehr als 12 Treffer Differenz sollten es aber nicht werden. In den Schlussminuten verloren die Biberhandballer etwas den Faden und gestatteten den Fehmarnern bis zum Schlusspfiff eine leichte Ergebniskorrektur.
Was Gunnar besonders zufriedenstellte, war aber nicht das Ergebnis an sich, sondern die Art, wie es zustande kam. Denn: Das Spiel seiner Schützlinge trug eindeutig seine Handschrift. Unsere 1. Männermannschaft begeisterte mit Tempohandball, tollen Kombinationen, abgestimmten Laufwegen, vielen richtigen Entscheidungen nach Auslösehandlungen und einer guten Wurfeffizienz. Und vor allen Dingen: Mit Leidenschaft. 38 Treffer sprechen für sich. Wäre nicht der kleine Einbruch in der Schlussphase gewesen, wären auch die magische 40 erreicht worden. Highlights dieses Handballfeuerwerks gab es zuhauf: Zum Beispiel der lange Ball von Pierre, unserem Torhüter, über das ganze Feld auf den davongeeilten Conni, Connis perfekte Ballannahme kurz vor dem gegnerischen Kreis und sein sicherer Abschluss. Oder: Der überraschende Pass aus dem halblinken Rückraum (Jan?) auf den am Kreis wartenden Tom, der im Zuge einer Ablaufhandlung seine Spielmacherposition verlassen hatte und nun relativ frei am Kreis auftauchte.
Die erfreuliche Entwicklung der Mannschaft – die im Vergleich zur letzten Saison mit Flex, Torben, Thilo und Lasse H. nicht nur vier langjährige Spieler, sondern auch vier bisher tragende Säulen und darunter den einzigen Linkshänder verloren hat - dürfte vor allen Dingen auf zwei Elemente zurückzuführen sein: Zum einen stimmt die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft. Gunnar hat eine Spielidee, die er kontinuierlich ausbaut. Die Spieler vertrauen den Ideen ihres Trainers und wissen, was sie an ihm haben. Die anhaltend gute Trainingsbeteiligung und die positive Stimmung im Team stehen für dieses Vertrauen und das Wissen.

Zum zweiten trägt die lange und intensive Vorbereitung, u.a. mit zwei Wochenend-Trainingslagern und einigen Vorbereitungsspielen, jetzt ihre Früchte. Eine entsprechende Vorbereitung hat vor der letzten Saison gefehlt, zumal Gunnar erst zu Beginn der Saison ins Training eingestiegen war. Trainer und Spieler haben die Vorbereitungszeit genutzt, um nicht nur die nötige Athletik und Kondition für die lange Saison aufzubauen, sondern auch, um die Spielidee in kleinen Schritten umzusetzen. Dies scheint gelungen: Die Mannschaft ist eingespielt, die Rollen sind klar verteilt, die Abläufe funktionieren. Das intensive Training hat aber auch individuell Früchte getragen. Viele Spieler haben sich verbessert und/oder wirken deutlich selbstbewußter als noch in der Saison 24/25. Dies gilt vor allem für die Nachrücker aus der Zweiten (Wilko, Robin und Till) sowie für unseren Youngster Kolja, der als jüngerer A-Jugend-Jahrgang mangels eigener A-Jugend nun die 1. Herren verstärkt. Wilko und Kolja trugen sich im Fehmarnspiel je zweimal in die Torschützenliste ein, Robin scheiterte leider am gegnerischen Torhüter. Und Till, zusammen mit Pierre unser diesjähriges Torhüterduo, konnte einen Siebenmeter entschärfen.
Befragt, ob denn die lange Pause von vier Wochen bis zum zweiten Spiel – Tammo, Tom, Conni & Co. sind erst wieder am 18. Oktober beim MTV Lübeck 2. gefordert – sich nicht kontraproduktiv auf die hervorragende Frühform des Teams auswirken könne, wiegelte Gunnar ab. Nein, antwortete er, die Pause komme ihm gerade recht. Er müsse noch einige neue Elemente in das Spiel einbringen, die könnten gerade in der Pause eingeübt und trainiert werden. - Typisch Gunnar: Umsetzung step by step, nur nichts überfrachten. Man darf gespannt sein, ob davon schon etwas im Spiel gegen die Zweite vom MTV zu sehen sein wird.
Die Torschützen: Tammo Sinske 10, Conni Dürkop und Tom Jahrmärker je 8, Lars Mües 3, Jens Klatt, Iven Kröppelin, Kolja Pasternack und Wilko Sinske je 2 sowie Jan-Niclas Reichert 1 Treffer. (hws, im September 2025)



















Kommentare