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1. Damen: Das Märchen geht weiter

Die VfL-Frauen gewinnen auch in Eutin mit 28:21 (Hz. 16:12)


Immer wenn es gegen einen starken Gegner geht, zeigt unsere 1. Damenmannschaft ihre besten Spiele. Ein Phänomen, das in der Vergangenheit schon mehrfach zu beobachten war. Am Sonntag (23.11.) bekamen die Geesthachter Handballfans, soweit sie den weiten Weg nach Eutin angetreten hatten, eine weitere Variante dieses Phänomens vorgeführt: Im Spitzenspiel der Verbandsliga Süd zwischen dem Tabellenführer, der HSG Holsteinische Schweiz, und dem Tabellendritten, unserem VfL, zeigten die Biberhandballerinnen eine kämpferisch überzeugende und auch spielerisch sehr ansehnliche Partie. Mit einem 28:21-Erfolg (Halbzeit 16:12) entführten sie deshalb überraschend beide Punkte aus der Rosenstadt und katapultierten sich – Achtung: noch unglaublicher! Das Märchen geht weiter! – selbst an die Spitze der aktuellen Verbandsligatabelle.


Ja, richtig gelesen: Ina, Nanni, Kerstin & Co. und ihr Trainer Thomas Brodesser führen die Tabelle der Frauen-Verbandsliga an. Mit sechs Siegen aus bisher sieben Spielen, 12:2 Punkten und 194:149 Toren liegen sie knapp vor der HSG Holsteinische Schweiz und der HSG Holstein Kiel/Kronshagen, die beide 11 Pluspunkte aufweisen, aber auch schon jeweils fünf Minuspunkte auf ihrem Konto haben. Nach Minuspunkten ist nur die HSG Tills Löwen bessergestellt, die noch verlustpunktfrei ist (10:0 Punkte), aber bisher nur fünf Begegnungen ausgetragen hat. Möglich, dass die Tabellenführung nur von kurzer Dauer ist: Wenn Tills Löwen am Donnerstag (27.11.) das Nachholspiel gegen den VfL Bad Schwartau gewinnen, übernehmen sie die Spitze und verweisen die Brodesser-Schützlinge auf Platz zwei.


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Sieht man einmal von den ersten fünf Spielminuten, in denen sich Ina, Nanni, Steffi & Co. wieder einmal an den klebrigen, mit Backe überzogenen Ball gewöhnen mussten (vier Ballverluste in den ersten fünf Angriffen), sowie von den letzten sechs Spielminuten ab, in denen die Konzentration spürbar abnahm, bot die Biber-Sieben eine rundum erfreuliche Leistung. Ab dem 4:3 - ein platzierter Schlagwurf von Stephi in der 9. Minute – bestimmten die Geesthachter Handballerinnen das Spielgeschehen und bauten ihre Führung kontinuierlich aus. Schon nach 14 Minuten war ein 4- bzw. 5-Tore Vorsprung erreicht (4:8 bzw. 4:9), der bis zum Halbzeitpfiff Bestand haben sollte (12:16). Mit einem 3:0- und einem 5:0-Lauf, nur unterbrochen durch das 13. Gegentor der Gastgeberinnen, schraubte die Brodesser-Sieben das Zwischenergebnis nach dem Wechsel innerhalb von nur elf Minuten auf 24:13. Damit war das Spiel entschieden, zumal die Damen aus der Holsteinischen Schweiz die Tordifferenz in den folgenden zehn Minuten nicht verkürzen konnten. Erst nach dem 16:27 gelang ihnen noch eine Korrektur des aus ihrer Sicht bis dahin katastrophalen Zwischenstandes. Endergebnis: 21:28.


Die VfL-Handballerinnen präsentierten sich in Eutin als starke, stabile Einheit. Prunkstück war wiederum die Abwehr, vor allem das kollektive Zusammenspiel zwischen der Deckungsreihe und Kerstin, unserer Torhüterin, sowie die

Leistung von Kerstin selbst. Kerstin parierte nicht nur alle drei Siebenmeter, die gegen uns verhängt wurden, sondern entschärfte auch sonst eine Reihe 100%-iger Wurfchancen der Handballerinnen aus Eutin und Malente. Insgesamt hatte sie wieder eine herausragende Abwehrquote, die der fast 50%-igen Abwehrquote aus dem Dänischenhagen-Spiel nahegekommen sein dürfte.


Auch die Offensive zeigte sich verbessert. Mehrfach konnten die Biberhandballerinnen die gegnerische Abwehr schulmäßig abräumen oder nach Auslösehandlungen Platz für eigene Durchbrüche schaffen. Herausragend dabei Ina, nicht nur als Torschützin (9 Treffer, davon vier vom Siebenmeterpunkt), sondern auch mit ihren Assists. Erfreulich der Einsatz unseres ″Kükens″, Lilli, mit vier Treffern von der rechten Außenposition, davon drei in ersten drei Angriffen nach der Halbzeitpause. Erfreulich die Leistungssteigerung von Tammi, die gegen Dänischenhagen noch untertauchte, jetzt mit zwei schönen Schlagwürfen aus dem rechten Rückraum zum 10:7 und zum 12:8 erfolgreich war. Erfreulich die stetige Steigerung von Fabi. Ein Tor von der linken Außenposition und mehrere Durchbrüche zwischen 1 und 2 auf links gelangen ihr, einer davon führte zu einem Siebenmeter, ein weiterer in der 2. Hälfte zu ihrem zweiten Treffer. Toll, was Celina im Spiel bot, die in den letzten drei Begegnungen gefehlt hatte, jetzt aber sofort wieder auf Betriebstemperatur war. Selbst die so ungeliebte Fehlerquote war besser als in den Spielen vorher. Mit 11 Ballverlusten in 36 Angriffen und Angriffsversuchen in der ersten Halbzeit (nur dort haben wir mitgezählt) lag sie bei etwas über 30 % - gegen Dänischenhagen hatten wir über die volle Spieldauer noch eine Quote von 38 % errechnet.


Um die Biberhandballerinnen aus dem Rhythmus zu bringen, veränderte der Trainer der HSG seinen Deckungsverbund im Verlaufe der Begegnung mehrfach. So stellte er z.B. nach einer frühen Auszeit von 6-0 auf 5-1 um. Im Schlussdrittel der ersten Halbzeit ließ er Ina manndecken und in der zweiten Hälfte ließ er unsere Halbspielerinnen, vor allem Ina, immer wieder doppeln, teilweise sogar von drei Abwehrspielerinnen am Wurf hindern. Keine der Umstellungen brachte die Brodesser-Sieben jedoch aus der Ruhe. Wenn überhaupt, benötigten sie ein/zwei Angriffe, um sich darauf einzustellen; dann nutzten sie die veränderten Räume, um über andere Abläufe und andere Spielerinnen zum Torwurf zu kommen.


Auffällig jedoch: Im zweiten Spielabschnitt häuften sich die Fouls und unfairen Aktionen der Eutiner Abwehrspielerinnen. Offenbar schien der HSG-Trainer seine Deckung in der Halbzeitpause aufgefordert zu haben, in den zweiten 30 Minuten aggressiver zur Sache zu gehen. Die junge Schiedsrichterin ahndete die ruppigen Attacken zwar mit vier Hinausstellungen (nur eine Hinausstellung gegen uns) und zwei Strafwürfen; insgesamt wünschte man sich aber aus Geesthachter Sicht, dass sie noch konsequenter und härter durchgegriffen hätte.


Women of the Match?! Auf jeden Fall Kerstin und Ina, wie schon im Text beschrieben. Aber auch Lilli und Celina. Warum? Lilli, unser 16-jähriges Nachwuchstalent, weil sie eigentlich fast zeitgleich in der weiblichen B-Jugend hätte spielen sollen, nach der kurzfristig erfolgten Verschiebung dieser Begegnung sich aber sofort bei Thomas gemeldet hatte, um stattdessen mit nach Eutin zu fahren. Und Celina, weil sie erst wenige Stunden vor Spielbeginn von einem mehrwöchigen Südafrika-Trip zurückgekehrt war und es für sie trotz der Reisestrapazen selbstverständlich war, das Team in Eutin zu unterstützen. Beide haben damit Einstellung gezeigt, die für den Erfolg einer Mannschaft unabdingbar ist, und darüber hinaus im Spiel bewiesen, wie wertvoll sie für das Team sind.


Die Torschützen: Christina Ina Dehms 9 (darunter 4 Siebenmeter), Lilli Back 4, Celina Franke und Janine Nanni Wiebracht je 3, Claudia Franke, Tamara Tammi Heitmann, Fabienne Fabi Intile und Angelina Angi von Podewils je 2 sowie Stephanie Stephi Jeurink 1 Treffer.


P.S. Anmerkung (im Sinne von Lilli): Da unsere Spielerinnen wegen gleichfarbiger Trikots gelbe Trainingsleibchen überziehen mussten, war die Rückennummer für das Kampfgericht nur schwer erkennbar. Es kann deshalb sein, dass der eine oder andere Treffer einer falschen Spielerin zugeschrieben wurde. So war Lilli nach dem Spiel etwas enttäuscht, dass sie nur mit vier Treffern in der Torschützenliste vermerkt war. Sie war sich sicher, tatsächlich fünfmal getroffen zu haben! (hws, 25./26. November 2025)



 
 
 

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