1. Herren: Drei Punkte zum Klassenerhalt
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Dramatik pur in beiden Spielen gegen Aumühle und Groß Grönau
Englische Woche für unsere 1. Herrenmannschaft: Das Team war in den vergangenen Tagen innerhalb von 72 Stunden gleich zweimal gefordert. Am Mittwoch, dem 4. März, war Derbyzeit; es stand das Nachholspiel bei der Zweitvertretung unserer Nachbarn aus Aumühle und Wohltorf auf dem Plan. Am Sonnabend, 7. März, kam der TSV Groß Grönau nach Geesthacht. Zwei schwergewichtige Gegner: Beide mit einem fetten Pluskonto ausgestattet. Die Sachsenwaldhandballer wiesen vor dem Geesthacht-Spiel 25:3 Punkte auf, die Handballer aus der Lübecker Randgemeinde hatten zuletzt 15:3 Punkte am Stück eingefahren.
Bescheiden dagegen die Bilanz der Biberhandballer: Vorletzter, direkter Abstiegsplatz, 9:19 Punkte, zuletzt drei Niederlagen in Folge. Um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, galt es zu punkten, obwohl die Ausgangslage dafür wenig vielversprechend erschien.
Um es vorwegzunehmen: Das Punktevorhaben ist gelungen. Drei Punkte konnten verbucht werden, gegen Aumühle gab es ein 22:22-Unentschieden und gegen Groß Grönau einen 19:18-Zittersieg. Drei wichtige Zähler! Richtig Luft verschaffen konnte sich die Bibermannschaft damit aber nicht. Zwar sind Tom, Conni & Co. vom elften auf den achten Tabellenplatz vorgerückt; auf die direkten Abstiegsplätze haben sie aber nur einen Punkt Vorsprung, weil andere Abstiegskonkurrenten am Wochenende ebenfalls doppelt punkten konnten.
Nicht nur die bisherigen Erfolgsbilanzen der Gegner am Mittwoch und Sonnabend waren ähnlich, auch der Verlauf beider Spiele wies eine Reihe von Parallelen auf: In beiden Spielen durchliefen die Gunnar-Schützlinge ein Wechselbad der Gefühle. In beiden Begegnungen war die Crunchtime voller Spannung und Dramatik. Beide Spiele wurden sehr intensiv und körperbetont geführt, manchmal ein wenig Zuviel des Guten. Beide Spiele standen im Zeichen guter Abwehr- und Torhüterleistungen. Und: Sowohl beim Match in Aumühle als auch bei der Begegnung in der OHG-Halle verspielte eine Mannschaft in der letzten Viertelstunde einen scheinbar sicheren Vorsprung.
Der gravierende Unterschied allerdings: In Aumühle waren die Biberhandballer die Glücklichen, die in der Schlussphase einen scheinbar uneinholbaren Rückstand egalisierten. Im Heimspiel gegen Groß Grönau gaben sie dagegen den vorher erarbeiteten, scheinbar sicheren Vorsprung aus der Hand.
Zu den Spielverläufen: In Aumühle starteten beide Teams auf Augenhöhe. 5:5 hieß es nach einer Viertelstunde. Dann jedoch traf es die Gunnar-Sieben knüppelhart: Für Wilko war das Spiel nach einer roten Karte beendet, kurze Zeit später verletzte sich Tammo am Fuß und musste das Spielfeld ebenfalls verlassen. Fortan war er lange Zeit mit der Bandagierung seines Fußes beschäftigt und kam nur noch als Siebenmeterschütze aufs Feld. Dies aber sehr erfolgreich: Insgesamt konnte er in den sechzig Minuten fünf von sechs Strafwürfen verwandeln. Für Tammo wechselte Conni in den Rückraum, der danach dreimal einnetzte und das Team zusammen mit Pierre, der im Tor eine Klasseleistung zeigte, im Spiel hielt. Weil Tom, Conni & Co. in den letzten Minuten der ersten Hälfte aber zu viele Fehler machten, luden sie die Sachsenwald-Handballer zu schnellen Gegenstößen ein und ermöglichten ihnen zur Pause eine 15:11-Führung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte präsentierten sich die Biberhandballer wiederum sehr konzentriert. Nach Abläufen wurden fast immer die richtigen finalen Entscheidungen getroffen. Der Lohn: Sechs Angriffe hintereinander landete der Ball im Kasten der Aumühler. Da die Fuchsbauhandballer zur gleichen Zeit Fehler produzierten (Schritte, Übertritte), kämpfte sich die Gunnar-Truppe auf 17:18 heran. Nachdem die Aumühler aber durch ihren Haupttorschützen wieder auf 20:17 davongezogen waren, beorderte Gunnar in der 43. Minute Marek in das Bibertor. Nun folgte eine Abwehrschlacht, die den Handballfüchsen in zwölf Angriffen nur noch zwei Treffer – der letzte in der 49. Minute zum 22:18 ‒ erlaubte, während das Biberteam, auch begünstigt dadurch, dass Tammo in den letzten zehn Minuten wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen konnte, Tor um Tor aufholte. Tammo war es, der die Tore 19 und 21 aus dem Positionsspiel erzielte, Treffer 20 markierte Lasse H. vom Kreis und der Ausgleich zum 22:22 gelang Lasse M. von der rechten Außenposition. Bezeichnenderweise in Unterzahl, 45 Sekunden vor der Schlusssirene und nach einem perfekt vorgetragenen Zweite-Welle-Angriff!
Ganz anders der Spielverlauf am Sonnabend. In der Anfangsphase schien es, als wollten die VfL-Handballer die Grönauer überrennen. Diese bekamen kein Bein auf den Hallenboden, nach 12 Minuten führte unser VfL mit 7:0 und bereits in der 9. Minute hatte der Grönauer Trainer die erste Auszeit nehmen müssen. Mit ihrem ersten Tor fanden die Spieler aus dem Lübecker Umland dann aber ins Spiel. Und je mehr ihnen dies gelang, nahmen das Tempo und die Leichtigkeit, mit der die Biberhandballer anfänglich ihre Angriffe vorgetragen hatten, ab. Bis zur Pause kamen die Gäste bis auf zwei Tore heran (11:9). Nach dem Seitenwechsel waren aber wieder die heimischen Handballer am Zug. 18:12 hieß es nach 46 Minuten. Dann jedoch folgte auf Geesthachter Seite ein Festival der vergebenen Chancen. 13 Minuten blieben die Biberhandballer ohne eigenen Torerfolg, während die Grönauer Tor um Tor aufholten und eine Minute vor dem Ende tatsächlich ausgleichen konnten. Zum Glück bewahrte Jannis im letzten Geesthachter Angriff einen kühlen Kopf. Auf der linken Außenposition freigespielt, bezwang er den guten Grönauer Keeper mit einem frechen Heber. 19:18! Schlusspfiff, Jubel, Erleichterung. Ein Zittersieg, was das Zittern betrifft, unnötig wie ein Kropf, aber immens wichtig für den weiteren Saisonverlauf.
Was muss noch erwähnt werden? Zwei Dinge müssen noch erwähnt werden, auch weil sie die gegensätzlichen Schlussphasen in beiden Spielen beeinflusst haben. Zum einen das Debüt von Marek nach mehr als 1 ½ Jahren Pause. Was er im Fuchsbau bot, nur wenige Tage nach seiner Rückkehr von einer langen Work-And-Travel-Reise in Australien und Neuseeland, kann man nur als einen Einstand nach Maß bezeichnen. Er war von Beginn hellwach. Schon die erste hochkarätige Wurfchance der Aumühler im ersten Angriff nach seiner Einwechselung konnte er abwehren. Auch wenn die Aumühler den Angriff im Endeffekt dann doch noch erfolgreich abschließen konnten - seine Parade wirkte wie das Signal, die bis dahin schon gute Abwehrleistung noch einmal um einige Prozentpunkte zu steigern. Fortan scheiterten die Aumühler reihenweise am Stellungsspiel und an den Reflexen von Marek oder an der bravourös kämpfenden Deckung der Biberhandballer. Elf Aumühler Angriffe zählte man in der Schlussviertelstunde, nur noch einmal trafen die Sachsenwaldhandballer jedoch ins Tor. Allein viermal wechselte der Ballbesitz nach tollen Paraden von Marek, dreimal erkämpfte die Biberabwehr den Ball, zweimal zwang sie die gegnerischen Spieler zu Fehlern und einmal klatschte der Wurf gegen den Pfosten. Eine Super-Abwehrquote.

Zum zweiten muss die harte Gangart der Aumühler erwähnt werden. Nicht ohne weiteres erhielten sie acht Zweiminutenstrafen, die Geesthachter dagegen nur vier. Nicht ohne weiteres gab es mehrere minutenlange Unterbrechungen, weil VfL’er nach unfairen Attacken am Boden lagen und behandelt werden mussten. Betroffen davon waren neben Tammo z.B. auch Conni, Tom und Jens. Verständlich daher, dass Gunnar das Donnerstagtraining absagte, weil die Begegnung in Aumühle Körner gekostet hatte und seine Spieler Zeit brauchten, um zu regenerieren. Dass die Zeit dafür bis zum Beginn des Grönau-Spiels dann tatsächlich zu kurz war, zeigte die Schlussviertelstunde am Sonnabend: Die 13-minütige Torflaute im Grönauspiel und die Einbuße des scheinbar so sicheren Sechs-Tore-Vorsprungs waren offensichtlich auf den Substanzverlust vom Mittwoch und die dort erlittenen und zwischenzeitlich nicht auskurierten Blessuren zurückzuführen.
Wie geht es weiter? Sechs Spiele stehen noch aus. Viermal muss unsere Erste noch auswärts antreten, nur noch gegen die Zweite von Tills Löwen und im Rückspiel gegen Aumühle genießen die Biberhandballer Heimrecht. Und: Vier der sechs Begegnungen sind Vierpunktespiele gegen unmittelbare Abstiegskonkurrenten. Soll heißen: Es ist noch alles möglich. Noch hat die Gunnar-Sieben alles selbst in eigener Hand. Wenn aber nicht bald auch in fremden Hallen doppelt gepunktet wird – auswärts gab es bei 2:12 Zählern noch keinen Sieg, positiv schlagen lediglich zwei Unentschieden aus dem Hinspiel in Grönau und jetzt in Aumühle zu Buche – könnte die Saison mit einem bösen Erwachen enden.
In beiden Spielen dabei: Tammo Sinske (8 Treffer in Aumühle / 8 Treffer gegen Grönau), Jannis Hintsch (2/5), Conni Dürkop (4/2), Tom Jahrmärker (2/3), Lasse Hohmann (2/-), Simon Koglin (2/-), Jens Klatt (1/-), Lasse Malaske (1/-), Kolja Pasternack (-/1) sowie die Keeper Pierre Glodek und Rico Hennig. Nur in Aumühle dabei: Keeper Marek Warmbold und Wilko Sinske. Nur gegen Grönau dabei: Jason Grünwald und Robin Schweim. (hws, 9. März 2026)




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