1. Herren: Erleichterung nach harter Kost
- vor 3 Tagen
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27:25-Sieg im letzten Saisonspiel in Stockelsdorf
Am Ende war allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: Mit einem 27:25-Erfolg im letzten Saisonspiel bei der zweiten Mannschaft des ATSV Stockelsdorf sorgte unsere 1. Herrenmannschaft um Trainer Gunnar Weber für einen (halbwegs) versöhnlichen Saisonabschluss und besiegelte damit zugleich den Abstieg der Rand-Lübecker. Mit 17:27 Punkten belegt die Weber-Sieben Platz 9 in der Abschlusstabelle der Kreisoberliga, vier Punkte vor den Stockelsdorfern, die im Falle eines Punktgewinnes den Abstieg vermieden und stattdessen die Zweite von TuS Lübeck in die Kreisliga geschickt hätten.
Erleichterung war aber auch angesagt, weil die Stockelsdorfer eine derart harte Gangart im Spiel einlegten, dass man in mehreren Situationen um die Gesundheit unserer Spieler fürchten musste. Zwei rote Karten zückte der Schiedsrichter gegen die Heimmannschaft, mindestens eine weitere Rote hätte es noch sein müssen. Erleichtert war man daher, dass nach dem Schlusspfiff noch alle Geesthachter Handballer auf der Platte standen, wenn auch der ein oder andere humpelte oder sonst etwas lädiert war.
Das Spiel selbst war dementsprechend auch in die Kategorie „harte Kost“ einzusortieren. Nicht nur wegen der Gangart des Gegners, auch, weil die Biberhandballer wieder einmal reihenweise beste Chancen vergaben und den Gegner immer wieder herankommen ließen, statt die zwischenzeitlich erarbeiteten Vorsprünge weiter auszubauen. Mindestens 15 vergebene klare Einwurfmöglichkeiten in 55 Angriffen registrierte der Autor dieser Zeilen in den 60 Minuten, darunter allein vier nicht versenkte Siebenmeter, mehrere freie Würfe vom Kreis und von den Außenpositionen sowie einen Abschluss nach einem Tempogegenstoß. Gewiss, der Stockelsdorfer Torhüter machte einen guten Job und vier dieser 15 Möglichkeiten endeten am Pfosten; der Chancentod klebte Tom, Tammo, Conni & Co. – wie so oft in dieser Saison – aber auch in Stockelsdorf an den Händen. Höhepunkt in Sachen Chancentod waren die letzten drei Angriffe vor der Halbzeitpause, als das VfL-Team die Möglichkeit hatte, eine 11:9-Führung bis zur Halbzeit auf vier, fünf Tore auszubauen. Aber: Weder ein Tempogegenstoß noch zwei Strafwürfe fanden in dieser Phase den Weg ins Tor. Dreimal stand der Torhüter der Ostseehandballer im Weg. Stattdessen verkürzten die Stockelsdorfer – nach einem Kreiseintritt ‒ zunächst per Siebenmeter auf 10:11 und glichen – nach dem ersten vergebenen Geesthachter Siebenmeter – mit einem schnellen 2.-Welle-Angriff über die linke Außenposition zum 11:11-Halbzeitstand aus. Ein Treffer, der so sicherlich nicht gefallen wäre, wenn die Weber-Sieben den Strafwurf verwandelt hätte.

Zum Glück ließen sich die Biberhandballer aber weder von der harten Gangart ihrer Gegner anstecken noch von den vergebenen Einwurfmöglichkeiten entmutigen. Dennoch gelang es ihnen nicht, ihre spielerische und läuferische Überlegenheit entscheidend in Treffer umzumünzen. Vielmehr wechselten auch in der zweiten Hälfte – wie schon in den ersten 30 Minuten – erfolgreiche und erfolglose Phasen in schöner Regelmäßigkeit einander ab. So legten Tom, Tammo, Conni & Co. gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Drei-Tore-Führung vor (11:14), die bis in die 45. Minute Bestand hatte (16:19). Dann gelang der Heimmannschaft innerhalb von zwei Minuten der Ausgleich zum 19:19 und in der 51. Minute sogar das 21:20. Die VfL-Handballer behielten jedoch die Nerven, zwangen die Stockelsdorfer zu Fehlern und gestalteten ihrerseits die nächsten vier Geesthachter Angriffe erfolgreich. 21:24 hieß es deshalb nach 53 Minuten. Doch auch diese Geesthachter Führung war nach nicht einmal fünf Minuten wieder aufgebraucht. Denn: Während die Umland-Lübecker zweimal mit viel Glück und Unkonzentriertheiten in der VfL-Deckung zu Treffern kamen und auch ein klares Übertritttor von der rechten Außenposition nicht zurückgepfiffen wurde, scheiterte die Weber-Sieben zweimal aus aussichtsreichen Positionen am Pfosten und zum vierten Mal im fünften Versuch mit einem Siebenmeter am Stodo-Goalie. Die Folge: 25:25 nach 57 Minuten und 45 Sekunden.
Spielentscheidend dann der vorletzte Geesthachter Angriff. Nach einem groben Foul an Tom, der längere Zeit verletzt liegenblieb und behandelt werden musste, erhielt der Stockelsdorfer Gegenspieler eine Zweiminutenstrafe. Und wenige Sekunden nach Wiederanpfiff sah ein weiterer Spieler der Rand-Lübecker gar den roten Karton, weil er Conni gesundheitsgefährdend foulte. Zwar wurde auch Gunnar zwischen beiden Szenen mit einer Zweiminutenstrafe bedacht, weil er sich nach dem Foul an Tom vehement über das unfaire Einsteigen der Gastgeber beschwerte. Aber: Den fälligen Strafwurf verwandelte Tammo zum 26:25 aus Geesthachter Sicht und die restliche Spielzeit musste Stodo in Unterzahl bestreiten. Bezeichnenderweise mit vier gegen fünf im Feld. Da die Heimmannschaft nichts mehr zuzusetzen hatte, verpufften die beiden ihr noch verbliebenen Angriffe, während Conni im letzten Geesthachter Angriff seinen siebten Treffer zum verdienten 27:25-Sieg markierte.
Ein versöhnlicher Saisonabschluss? Ja, aber nur bedingt. Zum einen, weil die Revanche für die unnötige und schmerzhafte Heimniederlage gegen die Stockelsdorfer (einer der Saisontiefpunkte) gelang. Zum anderen, weil zu den Abstiegsplätzen noch ein komfortables Vier-Punkte-Polster aufgebaut werden konnte. Aber: Ein versöhnlicher Abschluss in dem Sinne, dass dieser Sieg einen eher unbefriedigenden Saisonverlauf aufwiegt? Nein, das nicht. Dafür verlief die Begegnung in Stockelsdorf zu holprig. Dafür schwebte das Abstiegsgespenst zu lange über den Biberhandballern. Dafür gab es zuviele Auf und Abs in der gesamten Saison. Dafür war die mangelnde Chancenverwertung ein Thema, das das Team die gesamte Saison begleitete.
Was wir aus der Saison lernen müssen, ist, dass ein personeller Umbruch, wie er derzeit in unserer 1. Männermannschaft stattfindet, Zeit braucht und mit Rückschlägen gepflastert ist. Was wir aber auch aus der Saison mitnehmen können, ist, dass die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Umbruch gegeben sind. Wir haben die jungen Talente in unseren Reihen, die nachwachsen können. Und: Wir haben mit Gunnar einen Trainer, der diesen Umbruch mit großer fachlicher Kompetenz und dem erforderlichen Einfühlungsvermögen vornehmen und begleiten kann. Beispielhaft dafür mag die tolle Entwicklung stehen, die Kolja in dieser Saison genommen hat. Als A-Jugendspieler, noch dazu des jüngeren Jahrgangs, der sich im Erwachsenenbereich erst einmal zurechtfinden musste, ist er im Laufe der Saison zu einem wertvollen Mitglied der Mannschaft gewachsen, top aufgenommen, voll integriert, mit viel Spaß im Training und vielen Spielanteilen. Spieler seines Kalibers gibt es einige in unserem A-Jugend-Team; auf diese Talente dürfen wir uns in den nächsten Jahren freuen.
Die Torschützen in Stockelsdorf: Conni Dürkop 8, Tom Jahrmärker und Tammo Sinske je 7, Jannis Hintsch und Iven Kröppelin je 2 sowie Simon Koglin 1. (hws, 12.5.2026)










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